wir selbst

wirs

1. http://www.enzocage.de/mp3/bloghouse/enzo_cage_wir_selbst.mp3     

ich erinnere mich…
man sagte mir einst, ich sei nicht viel.
ein nützliches schräubchen, vielleicht.
zunächst müsse ich lernen still zu stehen, das sei nicht viel verlangt.
ich würde belohnt, sei ich nur brav.
ich tat so – doch in mir wuchs beklemmung und not. und wuchs.
und als es überquoll brach ich die stille –
hob den kopf und bekam dafür ein schlag ins gesicht.
da war es… das nein.

noch bevor ich mein erstes wort gesprochen,
gab es in mir dies nein und ein ja.

und wie froh bin ich, dass ich es heute noch spüren kann.

denn irgendwann, stand ich in einem wald aus schildern, auf allen stand nein.
wohin ich auch sah, soweit ich auch lief.

und hättest du dort nicht ja zu mir gesagt, wäre ich vielleicht zerbrochen.
dann sagte ich ja zu dir – es tat so gut und öffnete in mir eine tür.

ich sagte ja zu mir und meiner unendlichkeit,
und meine welt ging auf und wurde unendlich weit.
und als ich erkanne wie gross ich wirklich bin,
nahm ich all die erwartungen an mich nicht mehr hin.
fühlst du wie ich die ungeheure kraft,
die uns menschen erst zu menschen macht?
das sie gänzlich in uns liegt,
und bei dem versuch sie von aussen zu lenken versiegt?

ich fühle sie noch – schütze sie – jeden tag.
und du?

von allem was ich wählen kann,
nehme ich mich am stärksten an.

so bewahre ich mir mein nein,
um für immer uns ja zu sagen und wirklich zu sein.


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